
Leuchten ist eine GPS-basierte Lichtkunstinstallation von Maja Funke und Karl Busani. In Lünen ist das Projekt anlässlich der 8. Nacht der Lichtkunst vom 25. Oktober – 05. November erfahrbar.
Eröffnung und Präsentation
Samstag, 25. Oktober 2025, 19 Uhr
Museum Stadt Lünen
Teilnehmen

Verfolge aktive Leuchten durch die Markierungen auf der Stadtkarte.
Klicke auf die Sterne um die Ansicht einzelner Leuchten zu verändern.

(1) Die Position der Leuchte wird angezeigt.
(2) Die Position der Leuchte ist verborgen.
(3) Bei pulsierendem Stern ist die Leuchte aktiv.
Erhalte eine Leuchte oder finde sie in deiner Umgebung.

Bevor du deinen Weg mit der Leuchte beginnst, schalte sie ein.
(1) Schalte das Licht ein, indem du den Magnet auf den Kreis im Deckel schiebst.
(2) Betätige den Knopf innerhalb der Leuchte mit einem kleinen Stab.
(3) 1x klicken schaltet die Leuchte ein.
Siehst du ein rotes Licht innerhalb der Leuchte ist sie aktiv. Die erste GPS-Position wird ~5min nach einschalten gesendet. Du kannst deine Position auf der Karte sehen. Eingeschaltet sendet die Lampe alle 3–4 Minuten neue Positionen und dokumentiert deinen Weg.
Hast du deinen Zielort erreicht, achte darauf, etwas Zeit dort zu verbringen. Ist dein Weg beendet, schalte GPS und Licht wieder aus.
(1) 2x klicken schaltet die Leuchte aus.
(2) Magnet vom Solar-Deckel entfernen.
Gib die Leuchte persönlich weiter oder platziere sie am Museum Stadt Lünen.
Die Sendezeit beträgt ~20 Stunden. Diese kann individuell über 12 Tage hinweg eingeteilt werden. Ist eine Lampe leer oder ist beschädigt, bringe sie bitte in das Museum Stadt Lünen.
Am 5. November ist das Projekt beendet. Bringe die Leuchte bitte bis 14 Uhr zum Museum Stadt Lünen.

Du hattest eine besondere Begegnung oder hast die Leuchte an einen dir wichtigen Platz gebracht? Erzähle mir davon.
Hintergrund
Leuchten, 2025
Maja Funke mit Karl Busani
12 mobile Lampen
je ca. 30 x 8 x 8 cm
Epoxidharz, Plexiglas, Karton, Holz, Schrauben, ESP32 Board, GPS Modul, LTE-Antenne, SIM-Karte, Akku, Kabel, Solarlicht, Interaktive Webseite
Zwölf individuelle Lichtobjekte, zwölf kleine Quellen leuchtender Aufmerksamkeit – für zwölf Tage sollen sie durch Lünen wandern.
Jede Lampe ist akkubetrieben und mit einem GPS-Modul ausgestattet. Ihre Position kann jederzeit auf einer öffentlich zugänglichen Online-Karte eingesehen werden. Diese Karte ist nicht nur ein technisches Tool, sondern das zentrale narrative Element des Projekts: Sie zeigt Bewegungen, Zeichnungen, Muster. Sie macht sichtbar, wohin sich die Lampen bewegen – und mit ihnen die Aufmerksamkeit der Menschen.
Die Lichtobjekte werden bewusst in die Hände der Besuchenden und Bewohner:innen gegeben – als Einladung, sie an vergessene, verlassene oder bedeutungsvolle Orte in Lünen zu bringen. Orte, die Geschichten erzählen oder solche, die man nur kennt, wenn man hier lebt, hier aufgewachsen ist. So entsteht eine kollektive Kartierung, die die Wege, Entscheidungen und Erinnerungen markiert, die heute sonst vielleicht übersehen werden.
Initiale Inspiration für die Leuchten waren – wie auch die Lichter in der großen Plastik von Jan-Peter E.R. auf dem Europaplatz in Lünen – die zwölf Sternen auf der Flagge der Europäischen Union. Die Zahl Zwölf zieht sich durch viele kulturelle und spirituelle Traditionen: Herakles stand vor zwölf Aufgaben, an denen er wachsen sollte. Es gab zwölf Apostel, zwölf Stämme Israels, zwölf Imame – je zwölf Wegweiser für Gemeinschaften, die sich Orientierung suchten. Und nun gibt es zwölf Leuchten in Lünen. Diese Verbindung ist keine Gleichsetzung – die Leuchten werden keine Weltprobleme lösen. Aber vielleicht können sie Hoffnung tragen. Vielleicht laden sie dazu ein, beim Gehen ins Nachdenken zu kommen: über die Herausforderungen unserer Zeit wie Migration, Klimakrise, Demokratie oder Gleichberechtigung. Oder einfach nur über den Ort, an dem man gerade steht.

Das Projekt lebt von Kollektivität: Eine Leuchte nehmen, einen Weg gehen, sie weitergeben. Jeder kleine Schritt wird Teil einer größeren Zeichnung, die am Ende von dieser Stadt erzählt – und vielleicht auch davon, was ihre Menschen verbindet. Die Daten werden dokumentiert und später als Plotter-Zeichnungen übersetzt. So bleibt ein visuelles Archiv des Prozesses, das auch nach dem Verschwinden der Leuchten aus Lünen bestehen bleibt.
Danke an Hellweg ein Lichtweg e.V. und Mischa Kuball für die Gelegenheit und an das Kulturbüro Lünen und das Museum der Stadt Lünen für das Vertrauen in das Konzept und die Möglichkeit diese Arbeit zu entwickeln.
